Philippos e.V.
 

Was passiert eigentlich mit mir, wenn mein Kind gestorben ist?

Es gibt verschiedene Modelle der Trauer, Sie müssen sich nicht in allen Phasen wiederfinden. Sie und ihre Trauer sind so individuell, wie das Kind das Sie verloren haben.


Phase des Schocks und Nicht-Wahr-Haben-Wollen

Die Nachricht über den Tod ihres Kindes wird Sie in Schock versetzen. Es kann nicht sein, dass ihr Kind tot ist. Es ist nicht fassbar und glauben möchten Sie es auch nicht. Sie leugnen diese Tatsache. Dieser Zustand kann von wenigen Stunden über Wochen und Monate andauern. 

Phase der Kontrolle

Sie funktionieren und handeln, wie es die Gesellschaft erwartet. Sie organisieren die Beerdigung, die Abschiedsfeier. Nicht selten beginnen Sie, andere Menschen zu trösten.

Phase des Zorns

Sie sind wütend und zornig. Sie sind unruhig und haben Schlafstörungen. Und Sie sind auf der Suche nach dem Schuldigen. In dieser Phase platzt alles aus Ihnen heraus. Ihre Umwelt beginnt sich zurückzuziehen. Diese Phase führt oft dazu, dass es einsam um einen wird. Aber sie gehört dazu und Sie haben ein Recht auf diese Phase.

Phase der Anpassung

Sie sind nicht mehr wütend, aber immer noch traurig. Doch Sie finden einen Zugang zu sich, ihrer neuen Welt und der neuen Lebensweise ihrer Familie. Ihr verstorbenes Kind hat einen festen Platz in ihrem Familiengefüge und Sie können jederzeit mit ihrem Kind in einen Dialog treten. Es gibt feste Plätze und Rituale für ihr verstorbenes Kind. Die Welt geht weiter, aber anders.


Sie müssen die Phasen nicht genau so durchleben. Sie sind auch nicht scharf voneinander abgegrenzt. Die Phasen verschwimmen in einander und man fällt auch mal eine Phase zurück. Vielleicht haben Sie es auch ganz anders erlebt?